Fokus

Die Frau in meinen Filmen.

Als Regisseurin erzähle ich Geschichten von Frauen. Mit Frauen. Über Frauen. In einer Welt, in der die Hälfte der Menschen weiblich ist, ist mir der weibliche Blick wichtig. Dabei hinterfrage ich immer mehr die Stereotypen, die in den meisten Geschichten vorherrschen. Denn Diversität ist mir wichtig und zu einem realistischen Abbild unserer Gesellschaft gehören wir alle.


Am wichtigsten sind mir Geschichten über zwischenmenschliche Beziehungen. Ich hinterfrage unsere Welt und betrachte sie aus allen Richtungen. Wie funktioniert Kommunikation? Was ist Beziehung? Was Liebe und was Identität? Die meisten meiner Filme beschäftigen sich daher genau mit diesen Theman – auf die ein oder andere Weise.

Eine Übersicht die Liebe in meinen Filmen habe ich hier als Beispiel einmal zusammengestellt:

Meine Filme und die Liebe – eine Auswahl.

Beat Beat Heart (2016) über das Warten, das Loslassen, das Nicht-alleine-sein-können, das Sich-neu-verlieben. Der Tochter, der Mutter, des Pärchens von nebenan, der Mitbewohnerin und des Mannes, der niemals verschwindet, aber auch nicht mehr zurück kommen wird. || Kalt Küssen (2014) über die ersten Schmetterlinge in den Bäuchen zweier Jungendlicher und den Verlust ihrer kindlichen Unschuld. || Emmas Welt (2013) über eine junge Frau, die eigentlich nur eine Wohnung, einen Job, einen Mann und ein bisschen Schokolade zum glücklich sein braucht. || Courtage (2012) über eine Wohnungsbesichtigung, die unerwartet in romantischer Zweisamkeit mit der Maklerin endet. || Atypical (2012) über das Leben und den Kampf einer intersexuellen Frau, auch ohne Gebärmutter und eindeutige Geschlechtsorgane, ein Kind adoptieren zu können. || Deine Mail (2012) über die Worte einer ersten großen Liebe, die für immer geheim bleiben sollte. || Ich & Du (2011) über eine Frau, die fast so gern schlafende Hunde weckt wie ihren Mann. || Nebenan (2010) über die Irrungen und Wirrungen in einer lesbischen Wohngemeinschaft, in der jede ein Geheimnis hat, von der die andere nichts weiß. || Wenn ich eine Rose schenke… (2007) über eine heimliche Liebe zu Valentinstag || Aspekte (2006) über den Mann im weiblichen Körper eines Transgenders kurz vor seiner Operation || Close to you (2004) über romantische Träume von der Liebe und den Mut, einfach mal den Mund auf zu machen, wenn sie vor einem steht.


Die Magie des Unvorhersehbaren.

Ich arbeite mit Drehbüchern und ohne. Geschichten, Gedichte, lose miteinander verbundene Momente und Beobachtungen – das alles inspiriert mich. In Schauspielkursen habe ich die Improvisation für mich entdeckt und ich habe schnell begonnen, auch in meinen Filmen damit zu arbeiten. Denn Mut zur Ungewissheit macht frei und im abgesteckten Rahmen entsteht durch diese Freiheit, meiner Meinung nach, Magie. So habe ich zum Beispiel für Nebenan  anhand einer Outline mit den Schauspielerinnen improvisiert und erst daraufhin das Buch für den Dreh festgeschrieben. Ich & Du ist inspiriert durch meine Theaterspielerfahrung. So findet das Paar im Film nach einem Streit erst wieder auf verspielt improvisatorische Weise zueinander. Kalt Küssen habe ich mit kurzen, freien Momenten passend zum Drehbuch inszeniert, während Beat Beat Heart mein erster, komplett improvisierter Spielfilm ist.

Ich suche in meinen Filmen stets neue Herausforderungen. Meine Erfahrung in der Arbeit mit dem Unvorhersehbaren stärkt mich als Regisseurin auch bei der Inszenierung klassischer Filme nach Drehbuch. Vertrauen, Offenheit und Flexibilität sind für mich und meine Arbeit unabdingbar.